Wettspielarten

Zählspiel (Stroke-Play) vs. Lochspiel (Match-Play)

 

Beim Golf gibt es diverse Zähl- und Spielarten. Prinzipiell lassen sich dabei zwei Grundspielarten voneinander unterscheiden: Zählspiel und Lochspiel.

Beim Zählspiel ist die Gesamtzahl der Schläge entscheidend. Bei Turnieren handelt es sich meistens um das Zählspiel nach Stableford. Die Stableford-Wertung wird bei Wettspielergebnissen auch zur Berechnung des Handicaps herangezogen.

Beim Lochspiel spielen zwei Parteien gegeneinander. Der Spieler bzw. das Team, das an einem Loch weniger Schläge benötigt "gewinnt" dieses Loch, d.h. bei jedem Loch gibt es einen Gewinner. Bei gleicher Schlaganzahl gilt das Loch als "halbiert" oder "geteilt". Eine Runde gewinnt die Partei, die die meisten Löcher für sich entscheiden konnte bzw. mit mehr Löchern führt, als auf der restlichen Runde noch zu spielen sind. Beim Lochspiel darf auch ein Loch "geschenkt" werden.

 

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der gebräuchlichsten Spielarten.

Zählspiel

 

Beim Zählspiel wird jeder Schlag gezählt bis der Ball im Loch versenkt wird. Es gibt eine Nettowertung und eine Bruttowertung. Bei der Bruttowertung zählt die absolute Schlaganzahl, bei der Nettowertung zählt die absolute Schlaganzahl abzüglich der eigenen Vorgabe. Sieger der Bruttowertung ist der Spieler mit den wenigsten Schlägen, Sieger der Nettowertung ist der Spieler mit dem niedrigsten Ergebnis nach Abzug der Vorgabe.

Zählspiel nach Stableford

 

Beim Zählspiel nach Stableford werden die Punkte gezählt, die im Verhältnis zum Par (brutto bzw. netto) an jedem Loch erzielt wurden.

Bruttowertung

Wertung Spielergebnis Punkte

Double Bogey oder schlechter

2 über Par oder schlechter

0

Bogey

1 über Par

1

Par

 

2

Birdie

1 unter Par

3

Eagle

2 unter Par

4

Albatros

3 unter Par

5

Nettowertung:


Bei der Nettowertung ist die erzielte Punkteanzahl abhängig vom Handicap, denn beim Zählspiel nach Stableford wird die volle Spielvorgabe nach dem Vorgaben-Verteilungsschlüssel (Schwierigkeitsgrad der Löcher) auf die Löcher verteilt, d.h. ein Spieler mit Handicap -23 erhält auf allen Löchern einen Vorgabeschlag und auf den 5 schwierigsten Löchern einen weiteren Vorgabeschlag.

Als Spieler erhält man für jedes "Netto-Par" (Par gemäß der jeweiligen Vorgabe) 2 Punkte, pro Schlag der weniger benötigt wird erhält man jeweils einen weiteren Punkt mehr. Für einen zusätzlich benötigten Schlag ("Netto-Bogey") bekommt man nur noch einen Punkt, bei zwei oder mehr Schlägen über "Netto-Par" gibt es keine Punkte mehr. Bei einem Resultat von 36 Stableford-Punkten (18 Löcher mal 2 Punkte = 36) hat ein Spieler sein Handicap bestätigt.

Diese Zählmethode wurde von Gordon Stableford erfunden (1898) und basiert auf dem Prinzip, dass ein Spieler ein besonders schlechtes Resultat bei einem Loch während der Runde leichter wieder aufholen kann. als beim klassischen Zählspiel.

Lochwettspiel (Match-Play)

 

Im Gegensatz zum Zählspiel werden beim Lochspiel nicht die Ergebnisse pro Loch addiert und in einem Endergebnis ausgedrückt, sondern es wird nach jedem Loch abgerechnet. Somit wird also jedes Loch einzeln ausgespielt.

 

Beispiel:


Nehmen wir an, Spieler A hat von 15 gespielten Löchern 7 und Spieler B 3 Löcher gewonnen. Fünf Löcher wurden geteilt, d.h. unentschieden gespielt. Spieler A hat also einen Vorsprung von 4 Löchern. Man sagt: Spieler A ist 4 auf. Da nur noch drei Löcher zu spielen sind, hat Spieler A das Spiel gegen Spieler B mit dem Ergebnis 4 zu 3 gewonnen. Gewinnt ein Spieler ein Loch liegt er "eins auf", während sein Gegenspieler folglich "eins unter" liegt. Nach jedem Loch wird gegeneinander aufgerechnet.

Das Lochspiel endet am letzten Loch bzw. an dem Loch, an dem die Niederlage für einen der beiden Spieler nicht mehr abzuwenden ist.