Vorgabesystem

Ermittlung der Spielvorgaben

Die Spielvorgabe wird entsprechend dem Slope und Course-Rating nach dem Standard des jeweiligen Golfplatzes berechnet und dient dem Vergleich der Leistung von Amateur-Spielern verschiedener Spielstärken. Sie gibt an, wie viele Schläge mehr als Par ein Spieler in einem Zählspiel benötigen darf. Bei einem Kurs mit Par 72 und einer Spielvorgabe 0 muss ein Spieler also 72 Schläge spielen, um seine Spielvorgabe zu bestätigen. Bei einer Vorgabe -36 darf er 36 Schläge mehr, also 108 Schläge benötigen.

 Zur Berechnung der Spielvorgabe dient die sogenannte Stammvorgabe und kann nach folgender Gleichung ermittelt werden:

Beispiel:

Auf dem Golfplatz des Golf Club Bad Mergentheim mit dem Slope von 120, einem Course-Rating von 63,4 (jeweils für die zu spielenden Abschläge) und einem Par von 64, ergibt sich bei einer Stammvorgabe von 20,4 die folgende Spielvorgabe:

Der Spieler tritt also auf diesem Platz mit der Spielvorgabe -21,0 an, so dass sich Unter- und Überspielungen dann auf diese Spielvorgabe beziehen.

Die Vorgaben werden in verschiedene Vorgabenklassen eingeteilt:

Vorgabenklasse Vorgabenbereich
1 bis -4,4
2 -4,5 bis -11,4
3 -11,5 bis -18,4
4 -18,5 bis -26,4
5 -26,5 bis -36,0
Clubvorgabe -37 bis -54

 

Verbesserung oder Verschlechterung des Hcp.

Die Verbesserung geschieht durch das sog. Unterspielen, d.h. man spielt auf einer Runde besser, als man es laut eigener Spielvorgabe eigentlich tut. Je nach Vorgabenklassen wird jeder Schlag um den man sich unterspielt unterschiedlich gewertet. Verbesserungen/Verschlechterungen der Vorgabe sind nur in vorgabewirksamen Turnieren oder auf EDS-Runden möglich.

Vorgabenklasse Verbesserung
1 0,1 Punkte
2 0,2 Punkte
3 0,3 Punkte
4 0,4 Punkte
5 0,5 Punkte
Clubvorgabe 1 Punkt

 

Ein Spieler mit Stammvorgabe -26.3, der sich um 6 Schläge (6 x 0.4 = 2.4) unterspielt erhält also die neue Stammvorgabe -23.9.


Etwas komplizierter wird die Rechnung, wenn ein Spieler die Vorgabenklassengrenzen überschreitet. Hier wird der Spieler solange mit dem für seine Klasse geltenden Schrittmaß heruntergesetzt, bis er die Klassengrenze überschreitet. Sind nun noch unterspielte Schläge übrig, wird er mit dem für seine neue Vorgabenklasse geltenden Schrittmaß weiter heruntergesetzt. Ein Spieler mit Stammvorgabe -12.1, der sich um 6 Schläge heruntergespielt hat, wird folglich mit drei Schlägen heruntergesetzt (3 x 0.3 =0.9). Nun hat er Stammvorgabe -11.2 und ist somit in einer neuen Vorgabenklasse. Die verbleibenden drei Schläge werden nun mit dem neuen Schrittmaß verrechnet (3 x 0.2 = 0.6), so dass unser Beispiel-Spieler am Ende eine Stammvorgabe von -10.6 erhält.

Natürlich kann man sich beim Golf nicht nur verbessern, sondern man kann sich auch verschlechtern. Verschlechtern tut man sich immer dann, wenn man schlechter als die eigene Spielvorgabe spielt und außerdem den sogenannten Schonbereich (siehe Tab.) nicht erreicht. Hochgesetzt wird man

- in den Vorgabeklassen 1 bis 4 um 0,1 Punkte

- in der Vorgabenklasse 5 um 0,2 Punkte

 

Heraufsetzungen bei Clubvorgaben sind nicht möglich.

Vorgabenklasse Schonbereich
1 2 Stableford-Punkte
2 2 Stableford-Punkte
3 3 Stableford-Punkte
4 4 Stableford-Punkte
5 5 Stableford-Punkte

 

Schonbereich bedeutet, dass die eigene Stammvorgabe nicht hoch-gesetzt wird, wenn man höchstens so viele Schläge, wie im Schonbereich für die jeweilige Vorgabenklasse vorgegeben, schlechter spielt. Ein Spieler mit Stammvorgabe -7.0, der zwei Schläge schlechter als seine Spielvorgabe gespielt hat wird also nicht hochgesetzt, ein Spieler der drei Schläge schlechter gespielt hat wird dagegen hochgesetzt auf -7,1.